Am Samstag, den 27. Juni bei über 30° haben wir uns aus Altona zu viert auf den Weg nach Sangerhausen im Südharz gemacht. Die kleine idyllische Stadt liegt in Sachsen-Anhalt im Landkreis Mansfeld-Südharz.
Die Stadt hat 25.000 Einwohner*innen und ca. 41 % der Wählenden haben bei der letzten Bundestagswahl die AfD gewählt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben hier nur um die 2 % auf ihre Seite bringen können. Am 06. September 2026 finden in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen statt und das Ziel von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in den Landtag einzuziehen schwer erreichbar. Um so beeindruckender ist das Engagement von dem Kreisverband Mansfeld-Südharz vor Ort, die sich nicht unterkriegen lassen.
Hier haben es diejenigen schwer, die sich dieser Übermacht von AfD-Wählenden und deren rückwärtsgewandten Weltsicht nicht beugen wollen. Alles von Beleidigungen bis hin zu versteckten Morddrohungen ist hier an der Tagesordnung.
In diesem Klima der Ablehnung und Intoleranz hat es eine Gruppe von Menschen gewagt eine Veranstaltung in Sangerhausen zu planen und zu organisieren, die für die AfD und deren Wähler*innen ein rotes Tuch ist – einen CSD.
Und das war unser Ziel, wir wollten dabei sein, beim ersten CSD in Sangerhausen!





Mit unserer Teilnahme, mit viel Material, einem Pavillon, Sonnenschirmen und guter Laune haben wir unseren Partnerkreisverband Mansfeld-Südharz aktiv unterstützt. Es war kein CSD-Umzug, wie wir ihn in Hamburg kennen, sondern es gab Reden, eine Bühne mit Musik und ungefähr 15 Stände von unterschiedlichen Organisationen und Verbänden, inkl. eines kleinen Zeltes der LGBT-Beauftragten der Landespolizei. Alle haben ihre Stände um die Marienkirche im Zentrum von Sangerhausen aufgestellt und sich gegenseitig unterstützt, um ein einmaliges Fest auf die Beine zu stellen. Es war spürbar, dass es allen wichtig war zu zeigen, dass es auch eine bunte Seite in Sachsen-Anhalt gibt. Trotz der großen Hitze sind 200 Menschen aus unterschiedlichen Orten zusammengekommen, um diesen CSD ausgelassen zu feiern.
Die Nachfolgepartei der NPD „Die Heimat“ hatte, weil Vielfalt nicht in ihrem Parteiprogramm steht, zu einer Gegendemonstration aufgerufen, an der allerdings nur ca. 70 Rechtsextremist*innen teilgenommen hatten. Wegen der großen Polizeipräsenz sind sie aber nicht aus dem 300 m entfernten kleinen Park, in dem sie sich versammelt hatten, herausgekommen, und sind schon nach eine Stunde abgezogen.
Es war ein wichtiger Tag für die queere Gemeinschaft vor Ort, aber auch für uns aus Altona, denn wir haben viele tolle Menschen kennengelernt und uns wurde wieder einmal vor Augen geführt wie wichtig Zusammenhalt, Toleranz und der Mut ist, sich nicht zu verstecken und Flagge zu zeigen.