Sie war Antifaschistin und Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück – am 10. Juli 2021 starb Esther Bejarano, seit über 60 Jahren Hamburgerin. Unermüdlich hatte sie sich für die Erinnerungskultur und den Kampf gegen das Vergessen eingesetzt, zum Thema Nationalsozialismus in Schulen und mit ihrer Musik aufgeklärt. Die Altonaer Fraktionen GRÜNE, SPD, DIE LINKE, FDP und Volt beantragen daher, die Bergiusstraße in Esther-Bejarano-Straße umzubenennen.
Dana Vornhagen, Fraktionsvorsitzende GRÜNE Altona: „Mit der Umbenennung der Bergiusstraße in Esther-Bejarano-Straße, der ersten Straße die in Hamburg nach ihr benannt wird, wollen wir mitten im Alltag der Menschen ein sichtbares Zeichen setzen: Ihre Geschichte soll bewahrt werden, ihr Name soll uns und nachfolgenden Generationen ins Gedächtnis rufen, dass Hass und Ausgrenzung, Rechtsextremismus und Antisemitismus eine Gefahr für unsere Demokratie sind. Am 15. Dezember 2026 würde Esther Bejarano 102 Jahre alt – die festliche Straßeneinweihung an diesem Tag wäre eine angemessene Würdigung dieser Kämpferin, Musikerin und Zeitzeugin, die nie den Mut verlor, sich einzumischen und gegen den Faschismus stark zu machen.“
Sabine Köster, Abgeordnete der SPD-Fraktion Altona: „Straßennamen prägen das Gedächtnis einer Stadt. Mit der Esther-Bejarano-Straße setzen wir in Altona ein klares Zeichen für Erinnerung und demokratische Verantwortung. Esther Bejarano hat als Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung konsequent vor Antisemitismus, Rechtsextremismus und Ausgrenzung gewarnt. Ihr Name im öffentlichen Raum macht deutlich, dass ‚Nie wieder‘ kein Rückblick ist, sondern ein Auftrag für die Gegenwart und für Zusammenhalt und eine starke Demokratie – auch hier bei uns in Altona.“
Claudia Dyroff, kulturpolitische Sprecherin der Altonaer Fraktion DIE LINKE: „Esther Bejarano hat mit ihrem mutigen Zeugnis als Auschwitz-Überlebende und ihrem jahrzehntelangen Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus ein unverzichtbares Kapitel unserer Erinnerungskultur geprägt. Eine Straße in Altona, die ihren Namen trägt, wird dieses außergewöhnliche Lebenswerk sichtbar ehren und dauerhaft im öffentlichen Bewusstsein verankern. Es wäre eine schöne Geste gewesen, dies anlässlich ihres 100. Geburtstags im Jahr 2024 umzusetzen, wie es einst auch die Idee unserer Fraktion gewesen ist, aber wir sind sehr froh, dass es nun dennoch geschieht.“
Hanna Schmidt, Co-Fraktionsvorsitzende Volt Altona: „Die Umbenennung der Bergiusstraße in Esther-Bejarano-Straße ist nicht nur eine bedeutende Maßnahme zum Gedenken an die Hamburger Holocaust-Überlebende Esther Bejarano, sondern stärkt gleichzeitig unsere Erinneungskultur, was insbesondere heute in Zeiten von erstarkendem Rechtsextremismus und zunehmender Diskriminierung marginalisierter Gruppen wichtig ist. Zudem ist es längst überfällig, Straßen umzubenennen, die nach NSDAP-Mitgliedern benannt sind.“