FAQ: Elbwald – Fakten zur Hafenerweiterung

© Henning Angerer

Was ist die Westerweiterung des Hafens?

Die Hafenverwaltung HPA (Hamburg Port Authority) plant die Westerweiterung des Hafens seit 2016, um den Drehkreis für Containerschiffe zu vergrößern. Außerdem sollen 2 neue Liegeplätze für Containerschiffe entstehen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 1,1 Milliarden Euro, der Bau soll bis Mitte der 2030er Jahre abgeschlossen sein.

Auszug Koalitionsvertrag:
„(…) Wir setzen zentrale Infrastrukturprojekte wie die Entwicklung von Steinwerder Süd, die Westerweiterung sowie den Bau eines Drehkreises vor dem Waltershofer Hafen und den Bau neuer Straßenbrücken um. (…)“

Warum wird der Elbwald gerodet?

Am Bubendey-Ufer (südliches Elbufer, sichtbar von Övelgönne) stehen etwa 400 Bäume, meist Pappeln, auf einer Brachfläche (ehemaliges Tanklager). Für die Erweiterung sollen rund 28.000 qm gerodet werden, um Platz für neue Terminalflächen zu schaffen.

Als Ausgleich entstehen 2 Hektar neuer Wald – genauer Standort unbekannt.

Wer ist zuständig und welche Argumente gibt es?

Die Wirtschaftsbehörde betont positive Auswirkungen für den Klimaschutz, zum Beispiel durch Automatisierung der neuen Terminals. Und: Der Hafen wächst, Containerumschlag stieg 2025 um mehr als 8 % (HPA).

Die GRÜNEN Hamburg verweisen auf bestehendes Baurecht seit 2021, den Hafen als „Herz Hamburgs“ für Jobs und Klimaneutralität (z. B. grüner Wasserstoff).

Gibt es Proteste gegen die Rodung?

Der Verein „Elbwald retten“ (Anwohner*innen aus Ottensen/Othmarschen) protestiert wegen ökologischer Werte (Fledermäuse, Mäusebussarde) und behauptet, der Hafen sei nicht ausgelastet. Sie legten Ende 2025 ein Umweltgutachten vor, sammeln Unterschriften (bei 10.000 Unterschriften Bürgerschaftspflicht) und planen Vernetzung mit Aktivist*innen.

BUND und NABU sagen dazu, dass es seit Jahren ein gültiges Baurecht gibt und sie sich an geltendes Recht halten – genauso wie sie es von anderen erwarten.

Wie lief der Zeitplan und rechtliche Lage?

Rodungen begannen am 24.02.2026 (Saison: Januar/Februar bis Ende Februar, nächste ab Oktober). Eilantrag gegen die Fällungen war – anders als beim Wilden Wald – erfolglos. Verwaltungsgericht lehnte vorläufigen Stopp ab.

Position der GRÜNEN zur Kritik?

„Es ist immer ein Verlust […], wenn Bäume gerodet werden. […] Als Stadtstaat mit begrenzter Fläche steht die Stadt Hamburg immer wieder vor dem Dilemma: Naturflächen oder Wohngebiet? Naturflächen oder Hafenerweiterung? […]

Der Hafen ist das Herz Hamburgs. Seine Modernisierung und Erweiterung ist enorm wichtig für Hamburgs Zukunft – und auch für den Weg zur Klimaneutralität. […]“ – Landesverband GRÜNE Hamburg

„Jede Baumfällung muss ausgeglichen werden. Wir stehen zum 2019 geschlossenen „Vertrag für Hamburgs Stadtgrün“, zum dauerhaften Schutz von wertvollen Flächen und zur kontinuierlichen Verbesserung der Naturqualität.“ – Kreisverband Altona

Erfolge für die Natur

  • Ausgleichsflächen wurden erstritten
  • Mehr Straßenbäume seit 2023/24
  • „City of Trees” 2025, Baummanagement ausgezeichnet
  • geretteter Vollhöfner Wald
  • Naturschutzgebiete „Boberger Niederung“ und „Kirchwerder Wiesen“ erweitert
  • 10 % der Landesfläche Hamburgs stehen unter Naturschutz
  • „Vertrag für Hamburgs Stadtgrün“ mit dem NABU: Erhalt und Aufwertung von Natur- und Grünflächen.
  • Naturnahe Grünflächen, mehr Blühwiesen und Parks – für eine größere Biodiversität