Hirsch aus Holz statt Hirsch hinter Gittern

Holzhirsch in Calais ©photo@VilledeCalais

Ein Riesenhirsch für den Hirschpark? Nach dem Umzug des Damwilds ins Wildgehege Klövensteen möchte die GRÜNE Fraktion Altona ins Gespräch über die zukünftige Gestaltung des Hirschparks gehen. Erste Idee: den beliebten Spielplatz vergrößern und mit einem hölzernen Riesenhirsch zum Klettern, mit modernen Wippen und Schaukeln, mit Hüpfenmatten und Buddelsand einladend umgestalten. Im Rahmen einer Bürger*innenbeteiligung sollen weitere Ideen für den Hirschpark gesammelt werden.

Dana Vornhagen, Fraktionsvorsitzende GRÜNE Altona: „Die Überlegungen zur Nachnutzung der Fläche und zur Weiterentwicklung des Hirschparks, etwa durch eine Aufwertung des Spielplatzes mit Spiel- und Klettergeräten, starten jetzt. Wir werden hierzu einen Antrag in die Gremien der Bezirksversammlung einbringen.

Nach wie vor stehen wir hinter der Entscheidung, die Hirsche umzusiedeln: Der Umgang mit Tieren darf sich niemals aus einer Tradition heraus legitimieren, sondern muss sich an aktuellen, wissenschaftlichen und tierschutzfachlichen Maßstäben messen lassen. Im Wildgehege Klövensteen wird es den Hirschen deutlich besser gehen – sie haben Rückzugsräume und es gibt Schließzeiten, die ihnen Ruhe vor Menschen gönnt. Bei dieser eindeutigen Faktenlage bin ich erstaunt über Stimmen die stur behaupten, die Tiere könnten weiterhin tierschutzgerecht im Hirschpark gehalten werden. Das ist falsch. 

Die GRÜNE Fraktion Altona macht sich stark für den Tierschutz und wird die Entwicklung im Hirschpark politisch begleiten. Für uns als Fraktion steht fest: Verwaltungsentscheidungen sind transparent und müssen akzeptiert werden, wenn sie wir hier auf Grundlage des Tierschutzes eindeutige und nachvollziehbare Gründe benennen. Es ist Aufgabe der Politik, die Realität anzuerkennen und in der Öffentlichkeit keine Erwartungen zu befeuern, die nicht erfüllt werden können.“

Hintergrund:

Das Bezirksamt Altona stellte fest, dass eine tierschutzgerechte Haltung von Damhirschen im Schaugehege des Hirschparks anders als im Niendorfer Gehege nicht möglich ist. Die Gründe dafür sind zahlreich: Da im Hirschpark Denkmalschutz besteht ist es nicht möglich, großräumig Erdwälle zu schaffen, die den Tieren Sichtschutz- und Rückzugsmöglichkeiten geben würden; ein doppelter Zaun kann ebenso wenig angelegt wie das Personal zum Schutz der Tiere erhöhrt werden, da beides erhebliche Kosten verursachen würde. Hinzu kommen freilaufende Hunde, die mit zahlreichen Scheinattacken die Hirsche jagten, wie eine Schriftliche Kleine Anfrage (23-2992) nur schon auf Basis von Strichproben belegt. Die Damhirsche mussten daher, sobald es die Temperaturen zuließen, ins Wildgehege Klövensteen umgesiedelt werden. 

Aufgrund der freilaufenden Hunde wurde auch entschieden, dass junge Hirsche nicht mehr im Hirschpark gehalten werden können und die Herde reduziert werden muss. Damit sich die Herde nicht vermehrt und keine Hirschkälber im Hirschpark zur Welt kommen, wurde die Herde mit fünf männlichen Tieren besetzt, was wiederum zu Kämpfen untereinander mit tödlichen Verletzungen führte.

Das Bezirksamt Altona hatte in der Sitzung des Ausschusses für Grün- und Naturschutz am 11. Februar 2026 die Gründe für die Umsiedlung der Tiere transparent und schlüssig dargelegt. Das Bezirksamt hat die Haltung der Damhirsche im Hirschpark somit nicht leichtfertig aufgegeben, sondern in den vergangenen Jahren alles versucht, um die Haltung tierschutzgerecht fortzuführen.

Die Fraktion GRÜNE stimmte dem Antrag auf Akteneinsichtnahme in der Bezirksversammlung am 26. Februar 2026 zu.