In der Sitzung des Altonaer Sozialausschusses am 1. September verkündete die Sozialbehörde überraschend das Aus der Hilfseinrichtung Palette in der Stresemannstraße 150. Damit bricht ein wichtiger Baustein zur Stabilisierung des Quartiers weg. Politiker*innen ebenso wie zufällig anwesende Mitarbeiter*innen des Treffpunktes waren wie vor den Kopf geschlagen.
Die Palette unterstützt Drogenabhängige und Obdachlose bei der Bewältigung ihres Alltags, berät sie bei Behördenfragen und Suchtproblemen, hilft mit Krisen und Leidensdruck umzugehen.
Nadine Neumann, Abgeordnete der GRÜNEN Fraktion Altona und Mitglied im Sozialausschuss: „Die Schließung der Palette ist fatal. Die Drogenszene, die hier überwiegend aus Crack-Konsumierenden besteht, hat das Hilfsangebot der Straßensozialarbeit sehr gut angenommen. Seit 2020 leistet der Treffpunkt in Altona-Nord unverzichtbare Arbeit und hat dazu beigetragen, den sozialen Frieden vor Ort wieder herzustellen.“
Die von der Sozialbehörde geäußerte Idee, die Klientel der Palette zu den Einrichtungen „Stay alive“ und „Drop Inn“ umzusteuern, hält Nadine Neumann für unausgereift: „Besonders das stay alive hat derzeit keine Kapazitäten, um die Arbeit der Palette aufzufangen. Zudem ist der Plan, die Szene mittels Straßensozialarbeiter*innen und Polizei zu verlagern, riskant. Nicht zuletzt, weil die Straßensozialarbeiter*innen, für die diese Aufgabe gedacht ist, erst zum 1. Januar 2027 beginnen und den Schwerpunkt auf die Arbeit mit Obdachlosen legen sollen. Das Vorhaben wird also scheitern. Besonders für die Anwohnenden des Quartiers ist die Schließung der Palette ein harter Schlag – die Stadt lässt sie jetzt allein.“
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Der Sozialausschuss empfiehlt einstimmig dem Hauptausschuss am 10.9.2026 stellvertretend für die Bezirksversammlung gemäß § 15 (3) BezVG folgenden Beschluss zu fassen:
Die Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration (BGSI) wird gemäß § 27 BezVG
aufgefordert,
- die Hilfseinrichtung PALETTE (Stresemannstraße 150) nicht zu schließen und
aufrechtzuerhalten; - zu prüfen, die Leistungsfähigkeit der PALETTE finanziell und personell den Anforderungen anzupassen;
- das Konzept zur Umsteuerung der drogenabhängigen Klientel im Sozialausschuss
der Bezirksversammlung Altona vorzustellen.
Die Dringlichkeit ergibt sich aus der Notwendigkeit, kurzfristig auf die weit
fortgeschrittenen Schließungspläne der BGSI einzugehen.