Ärztliche Stellen im Sozialpsychiatrischen Dienst (SpD) sind immer schwerer zu besetzen – die Bezahlung ist zu niedrig, es gibt zu wenig Interessierte. Das soll sich ändern. Ein Antrag der Fraktion GRÜNE in der Bezirksversammlung Altona sieht vor, diese Stellen zukünftig besser zu vergüten und möglichst Ärzt*innen mit Weiterbildungsbefugnis für Psychiatrie einzustellen.
Wo andere Hilfesysteme nicht mehr greifen, ist der SpD da: als erste Anlaufstelle für Betroffene selbst, für Angehörige, Nachbarn oder Bezugspersonen. Denn oft geht es nicht nur um medizinische Fragen, sondern auch um soziale Situationen, um Konflikte im Umfeld, um Überforderung, Isolation oder Eskalationen.
Kai Uwe Helmers, Abgeordneter GRÜNE Fraktion Altona und Mitglied im Sozialausschuss: „Der Sozialpsychiatrische Dienst ist kein Nice-to-have, sondern ein eigenständiger und unverzichtbarer Bestandteil unserer Versorgung: Er schließt die Lücke zwischen ambulanter Behandlung, sozialer Unterstützung und stationärer Psychiatrie – und genau diese Lücke ist in vielen Fällen entscheidend.
Um Menschen in akuten Krisen auch weiterhin kräftigen zu können, müssen wir die wichtige Arbeit des SpD stärken. Wir brauchen Rahmenbedingungen wie eine bessere Vergütung und sollten den SpD zu einem attraktiven Weiterbildungsort für Ärztinnen und Ärzte ausbauen. Der öffentliche Gesundheitsdienst steht in direkter Konkurrenz zu klinischen Stellen, bietet aber oft schlechtere Arbeitsbedinungen. Mit diesen zwei Maßnahmen sollte es uns gelingen, die Attraktivität dieser Arbeit zu erhöhen und die personelle Situation langfristig zu stabilisieren.“