- Wie sind das Projekt und der Entwurf zustande gekommen?
- Wird die Schallschutzwand so hoch weitergeführt?
- Sind an der Kreuzung Hochhäuser geplant?
- Welche Vorteile hat die neue Brücke?
- Wie sieht die aktuelle Verkehrsplanung unter der Brücke aus?
- Warum wir vorerst ein Provisorium umgesetzt?
- Wie sieht die Radwegplanung unter der Brücke und darüber hinaus aus?
- Wie sieht das Begrünungskonzept im Umfeld aus?
- Was passiert mit der Brammerfläche?
- Was ist der Stand beim Beteiligungsprozess?
- Wofür setzen sich die GRÜNEN Altona ein?
- Was ist das Ziel der GRÜNEN Altona?
Wie sind das Projekt und der Entwurf zustande gekommen?
Täglich rollen rund 900 Regional- und Fernverkehrszüge sowie S-Bahnen über die Sternbrücke. Nach über 100 Jahren wies die Eisenbahnüberführung erhebliche bauliche Mängel auf. Der Neubau ist ein Infrastrukturprojekt der Deutschen Bahn InfraGO – die Stadt hatte keine Entscheidungskompetenz zur Gestaltung der Brücke. Richtig ist, dass ein früherer SPD-Senat und seine Verkehrsbehörde – ohne Einbindung der Menschen vor Ort oder der Bezirkspolitik – ein Aufweitungsverlangen für einen stützenfreien Verkehrsraum unter der Brücke gestellt hat, also eine offizielle Forderung an die Deutsche Bahn. Ein folgender rot-grüner Senat hat dieses Aufweitungsverlangen im Sinne der Kontinuität nicht zurückgenommen und die Deutsche Bahn plante auf dieser Grundlage die Brücke. Die GRÜNE Fraktion Altona war kritisch gegenüber der Massivität des ursprünglichen Entwurfs und hat sich dafür eingesetzt, die Gestaltung abzumildern (vgl. Drs. 21-0860). Außerdem forderte die Fraktion zusammen mit der Bezirksversammlung Altona transparente Schallschutzwände, was jedoch laut der DB nicht umsetzbar war. (Die neue Sternbrücke – so transparent wie möglich)
Nach einer Kreativwerkstatt, eine Bürger*innenbeteiligung, wurde der Entwurf überarbeitet und die Bögen wurden schmaler geplant. (Kreativwerkstatt – Eisenbahnüberführung Sternbrücke)
Wird die Schallschutzwand entlang der Gleise in derselben Höhe weiter geführt?
Die Schallschutzwände sollen jenseits der Brücke 5 m über Schienenoberkante nach Westen 115 m und nach Osten 155 m weiter geführt werden.
https://www.eisenbahnbruecken-ehm.de/sternbruecke.html
Sind an der Kreuzung Hochhäuser geplant?
Hochhäuser sind weder geplant, noch nach geltendem Planrecht rechtlich möglich. Die Bebauungspläne rund um die Sternbrücke sehen eine vier bis fünfgeschossige Bebauung vor. Anträge für neue Gebäude müssen sich hieran orientieren, geringe Abweichungen sind bei guten Konzepten möglich.
Welche Vorteile hat die neue Brücke?
Positiv ist, dass durch den Neubau mehr Platz unter der Brücke zur Verfügung steht. Hiervon profitiert der Umweltverbund, das ist der Bus-, Fuß- und Radverkehr. Die Einrichtung einer Busspur, wie sie in den 1990er Jahren für einige Zeit existierte, ist wichtig, um den Busverkehr zu stärken und zuverlässiger zu machen. Außerdem ist davon auszugehen, dass die Zahl der Verkehrsunfälle an dieser Kreuzung, einer der größten Unfallschwerpunkte im Bezirk Altona, deutlich zurückgehen wird.
Wie sieht die aktuelle Verkehrsplanung unter der Brücke aus?
Zwischenzustand bis Ende 2027, finaler Endausbau bis 2028
Busse
- Es gibt eine Busspur stadteinwärts von der Haltestelle Holstenplatz bis zur Max-Brauer-Allee.
- Stadtauswärts beginnt die Busspur an der Haltestelle Neuer Pferdemarkt und endet an der Max-Brauer-Allee.
MIV = Motorisierter Individualverkehr
- Es gibt nur noch einen Fahrstreifen für den MIV mit Fahrtrichtung stadteinwärts von der Haltestelle Holstenplatz bis zur Max-Brauer-Allee.
- Ab der Einmündung Mistralstraße sind wieder – wie im Bestand – zwei Fahrstreifen verfügbar.
- Stadtauswärts verbleibt für den MIV ein Fahrstreifen.
- Im Bereich Max-Brauer-Allee und Oelkersallee bleibt die Einstreifigkeit für den MIV bestehen.
- Im weiteren Verlauf westlich der Oelkersallee stehen für den MIV, wie im Bestand, zwei Fahrstreifen zur Verfügung.
Radverkehr
- Der geschützte Radfahrstreifen endet an der Einmündung Mistralstraße.
- Im Bereich Max-Brauer-Allee und Oelkersallee wird ebenfalls ein geschützter Radfahrstreifen eingerichtet.
Taxi
- Die Busspur in Fahrtrichtung stadteinwärts wird für den Taxiverkehr freigegeben.
Auf S. 32 findet sich der Plan für die Kreuzung: https://lsbg.hamburg.de/resource/blob/1202658/ed4f95d07b91556c8950e35b12989413/kenntnisnahmeschlussverschickung-stresemannstrasse-data.pdf
Warum wird vorerst ein Provisorium umgesetzt?
Die Kabelhilfstrassen der Deutschen Bahn werden voraussichtlich bis Anfang 2028 stehen bleiben. Daher kann die Kreuzung nicht endgültig umgebaut werden. Um die Zeit zu nutzen, wird die neue Verkehrsführung untersucht und die Erkenntnisse fließen mit den Beiträgen aus der Beteiligung in die finale Planung ein.
Wie sieht die Radwegplanung unter und um die Brücke herum aus?
Die Radwege in der überplanten Stresemannstraße zwischen Holstenplatz und Neuer Pferdemarkt stellen eine riesige Verbesserung dar (s.o.). Die Radverkehrsführung entlang der weiteren Stresemannstraße ist überwiegend in einem sehr schlechten Zustand und erfüllt nicht die Mindestmaße. Wir setzen uns kurzfristig für punktuelle Verbesserungen ein und langfristig für eine Verkehrsflächenaufteilung, die alle Verkehrsarten besser berücksichtigt.
Wie sieht das Begrünungskonzept im Umfeld aus?
Derzeit läuft ein Beteiligungsverfahren zur Begrünung im Umfeld der Sternbrücke. Daher steht noch nicht fest, was alles umgesetzt wird. Klar ist, dass es Neupflanzungen für alle Baumfällungen geben wird.
https://umfeld-sternbruecke.beteiligung.hamburg/#
Was ist der Stand beim Beteiligungsprozess zur Verkehrsführung?
„Im 4. Quartal 2026 ist hierfür ein erster Feedback-Stand vor Ort sowie ein weiterer Feedback-Stand und eine Online-Beteiligung im ersten Halbjahr 2027 vorgesehen.“
https://lsbg.hamburg.de/maxb-stresemannstrasse
Was passiert mit der Brammerfläche?
Zum Umfeld der Sternbrücke, zu dem auch die sogenannte Brammerfläche gehört, hat im Mai 2026 eine Bürger*innenbeteiligung stattgefunden.
Die Beiträge können hier eingesehen werden: Umfeldgestaltung der neuen Sternbrücke | Umfeld Sternbrücke. Wenn diese ausgewertet sind, werden sie der Bezirksversammlung vorgestellt und es wird über das weitere Vorgehen beraten. Momentan dürfte hier Gewerbe entstehen. Der Bauwagenplatz wird auf jeden Fall erhalten bleiben, dafür setzt sich die Bezirkspolitik kontinuierlich ein.
Wofür setzen sich die GRÜNEN Altona ein?
Wir haben uns bereits 2020 mit einem Parteibeschluss für eine Bürger*innenbeteiligung eingesetzt, um mehr Grün im Umfeld der Brücke zu schaffen. Unser Ziel bleibt es, die Vielfalt und Lebendigkeit des Quartiers zu erhalten und zu stärken, das Umfeld der Sternbrücke wieder als Ort der Kultur zu etablieren. Deshalb werden wir den Prozess aufmerksam begleiten und uns dafür starkmachen, dass die Ergebnisse der Beteiligung berücksichtigt und umgesetzt werden. Auch eine Begrünung der Brücke begrüßen wir, wenn dies technisch und praktisch machbar ist.
Was ist das Ziel der GRÜNEN Altona?
GRÜNE Politik in Altona bedeutet für uns, Klimaschutz und eine nachhaltige Verkehrspolitik mit einer lebenswerten und sozialen Stadt zu verbinden. Dazu gehört auch, bei großen Infrastrukturprojekten kritisch hinzuschauen, Verbesserungen konstruktiv einzufordern und die Interessen der Menschen vor Ort zu vertreten.
Die Clubs wussten mit Einzug in die Kasematten der Sternbrücke, dass sie bei einem Neubau der Brücke weichen müssen. Die meisten Clubs (Beat Boutique, Fundbureau, Bar 227) sind in den Kasematten hinter den Deichtorhallen untergekommen; der Waagenbau hat das Angebot nicht angenommen.
Hintergrundinfos